Kay

1) Wie hat sich deine Liebe zur Literatur entwickelt?
Als Kind habe ich tatsächlich gar nicht so gerne gerne gelesen, aber zusammen mit meinem älteren Bruder Kindersachbücher aus der "Was ist was"-Reihe durchgeschmökert. Meine richtige Liebe zur Literatur begann daher erst relativ spät, etwa im Alter von 14 Jahren, nachdem mir ein Freund einen Roman von Terry Prachett ausgeliehen hatte. Die Scheibenweltromane von Pratchett haben mich gefesselt, denn neben dem großartigem Humor faszinierten mich die Fantasy Elemente. Deshalb habe ich in meiner Jugend eine Menge an Fantasy-Romanen gelesen. Dank meiner DeutschlehrerInnen bin ich dann auch mal bei anderer Literatur gelandet, wie zum Beispiel Böll und Dürrenmatt. Heute lese ich sehr gerne Bücher von deutschen Autorinnen und Autoren, es darf aber auch gerne mal ein Sachbuch sein.

2) Welche Bücher haben dich besonders begeistert? Warum? 
Besonders begeistert haben mich eine Menge Bücher, ich versuche mal eine kleine Auswahl zu beschreiben. Da wäre zunächst "Utopia" von Thomas Morus. Das habe ich in der Schule lesen dürfen, als ich pubertierte und Punk hörte. Da kam mir die Gesellschaftskritik von Herrn Morus gerade recht, denn in seinem Werk entwirft er die Insel Utopia, auf der eine nahezu kommunistische Gemeinschaft herrscht. Ich finde bis heute das sein Werk spitzfindig geschrieben ist und durchaus eine schöne Utopie beschreibt. Ein weiters, für mich sehr wichtiges Werk ist "Ruhm" von Daniel Kehlmann. Ein großartiger Roman, der zeigt wie vernetzt unsere Welt ist und folgenden Satz enthält: "Aber die Welt bricht fast jeden, und warum hätten ausgerechnet meine Träume wirklich werden sollen, Bücherlesen ist kein Beruf..." Der Charakter im Roman studiert daraufhin übrigens Elektrotechnik. Ich las "Ruhm" etwa zur gleichen Zeit wie "Die souveräne Leserin", einen Roman in dem Bücher das Leben der Queen auf den Kopf stellen. Danach war für mich klar, dass Bücherlesen vielleicht kein Beruf ist, aber das Bücherempfehlen und -verkaufen schon und begann deshalb eine Ausbildung zum Buchhändler. Wenn du gerne mehr Titel wissen möchtest, die mich begeistert haben, komm mich doch einfach mal im Laden besuchen, dann verrate ich sie dir.
 
3) Welche Ausbildung hast du und strebst du an?
Meine Profession: Ich bin Buchhändler mit Leib und Seele. Es ist wohl einer der schönsten Berufe, den ich mir vorstellen kann. Bis ich das für mich wusste, hat es jedoch etwas gedauert. Nach dem Abitur und dem Zivildienst habe ich an der Universität Duisburg-Essen für 3 Semester "Water Science" studiert. Meine Ausbildung habe ich in einer wunderschönen Buchhandlung, der Bücherinsel, in der Nähe von Darmstadt absolviert. Seit dem Sommersemester 2013 studiere ich nun BWL an der htw Berlin und würde später sehr gerne in einem Verlag arbeiten. Ganz festgelegt bin ich allerdings noch nicht, vielleicht wäre eine eigene Buchhandlung auch was schönes, aber in der Buchbranche möchte ich ganz sicher bleiben.
 
4) Warum engagierst du dich für die BUCHBOX!? Was gefällt dir besonders an deiner Arbeit?
Die Buchbox ist ein wunderschöner Laden mit einer tollen Atmosphäre und ganz lieben Kolleginnen und Kollegen. Hier gibt es Bücher und Kleinigkeiten zu entdecken, die man in anderen Buchhandlungen nicht findet und eine nette, kompetente Beratung dazu. Der freundliche Umgang mit dem Kunden steht an erster Stelle, was mir sehr wichtig ist. Also ist die Buchbox ein Ort an dem ich mich wohl fühle und in dem ich mich gerne engagiere.
 
5) Welche Lesungen haben dir besonders gut gefallen und was ist der Grund?
Auch hier gibt es wieder nur eine kleine Auswahl an Lesungen, die ich in meinem Buchhändlerleben sehen konnte.
Wirklich fantastisch fand ich eine Lesung mit Ingo Siegner, dem Zeichner und Autoren vom kleinen Drachen Kokosnuss. Ein wirklich sehr netter Autor, der es schafft, dass alle Kinder ihm gebannt zuhören und ihm dabei zuschauen wie er neben dem Erzählen auch noch Illustrationen anfertigt. Bei einer Lesung von Julie Zeh habe ich nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht. Sie kann nicht nur hervorragend vorlesen, sonder weiß auch spannend von ihren Romanen zu berichten. Warum sie einen Charakter wie erschaffen hat und ob sie den Charakter mag oder ihn eher selber nervig findet. Eine der besten Lesungen war jedoch die mit Dennis Scheck und Andreas Fröhlich (dem Synchronsprecher von Gollum), die zusammen aus dem "Hobbit" vorgetragen und über die Werke von Tolkien gesprochen haben. Ein wunderbares Erlebnis.
 
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